Tag 1 – Die Anreise

Mitten in der Nacht ging es zum Frankfurter Flughafen um den Sicherheitsvorkehrungen der Pandemie genügend Raum und Luft zu geben.
Ganz entspannt und nur mit minimaler Verzögerung ging es dann mit Condor auf in die Luft nach Griechenland.

Gut zu wissen

Derzeit ist es aufgrund der Pandemie notwendig, sich vor der Einreise nach Griechenland mindestens 48 Stunden vorher zur registrieren um einen QR-Code zu erhalten. Der wird dann von freundlich lächelnden Polizisten bei der Ankunft am Flughafen überprüft.

Ankunft

Strahlend blauer Himmel trifft glänzend blaues Meer und dazwischen, da taucht auf einmal ein sehr grüner Flecken Erde auf. Et voila: KORFU!
Vom Flugzeug aus ist dieses Farbspiel schön zu beobachten und die ersten Handyfotos wurden direkt vom Fensterplatz aus geschossen.

Die Kontrollen am Flughafen gestalteten sich dann ein wenig lascher als gedacht und die meiste Zeit ging damit drauf, dass wir auf unser Gepäck warten mussten. Hier konnte ich zum ersten Mal beobachten, was sich dann durch den ganzen Tag zog. Die Corfioten sind unglaublich freundlich, offen und herzlich, aber die Effizienz, die haben sie nicht erfunden.

Mietwagen und Erstbezug

Unkompliziert und dennoch ein wenig ungewohnt war die Übernahme des Mietwagens, neben einer Tankfüllung 7/8 kam noch der Hinweis, dass das Auto gewaschen zurückzugeben ist. Was mir erst beim Betrachten anderer Verkehrsteilnehmer als sinnvoll erschien…für den Geldbeutel des Vermieters. Also Augen auf und Vorsicht walten lassen.

Voller Servicebereitschaft wurden wir von unserem Appartementvermieter empfangen und zur Unterkunft geführt. Diese wurde uns dann auch unverzüglich in allen Einzelheiten vorgeführt und präsentiert. Was soll ich sagen? Sie ist herrlich, top modern eingerichtet, mit Geschmack und einem Gespür für die Notwendigkeiten der Gäste hergerichtet. Eine ruhige Oase umgeben von einem großen Nutz- und Genießergarten. . Die Unterkunft ist definitiv eine Empfehlung und die Herzlichkeit der beiden Gastgeber rundet das noch nach oben hin ab.

Erster Ausflug

Vom Hunger getrieben sind wir schließlich die Küstenstraße in Richtung Süden entlang gefahren und haben einfach die Landschaft auf uns wirken lassen. Allerdings wurde der Fahrer stetig unleidlicher und in Benitses hielten wir an, schauten uns kurz um und setzten uns in eines der vielen leeren Restaurants namens Laopetra.

Dort passte aber dann zu unserem Glück alles, ein aufgeweckter, freundlicher und flotter Service brachte leckere und lokale Küche an den Tisch und das Ganze zu moderaten Preisen.

Mit vollem Magen entschieden wir uns dann für das Achilleion, das quasi um die Ecke lag. Der Prachtbau mit der bewegten Geschichte voller Monarchie, Militär und verkitschter Kunsthistorik ist gut mit dem Auto zu erreichen. Der Eintritt kostet 10 Euro und bietet neben tollen Ausblicken, monströsen Figuren auch noch eine erfrischende Parkanlage

Return of the Ineffizienz

Ein Supermarktbesuch folgte noch auf dem Rückweg, dieser stellte meine Nervern allerdings stark auf die Probe.
Neun Mitarbeiter in einem Laden von der Größe eines Schleckers haben eine Kassenschlange des Grauens verursacht, da sind wir von Schlecker anderes gewohnt (gewesen). Allerdings waren die Mitarbeiter alle am Lächeln und hatte offensichtlich Spaß an ihrer Arbeit, da waren wir von Schlecker auch etwas anderes gewohnt. Eventuell gibt es hier einen Zusammenhang.

Mit leichter Küche, bezogen auf die Herstellung wurde der Tag dann auch langsam beendet. Über die Klimaanlage in unserem Appartement bin ich im Übrigen sehr froh, das sollte noch auf die Pro-Seite der Unterkunft.

Tag 2 – Hitzegrade und Nasenerlebnisse

Die Tagesplanung war aufgrund der Nähe der „Hauptstadt“ von Korfu, namens Korfu, relativ schnell abgeschlossen. Anhand der berühmten Google MyMaps, die ich vor jeder Reise aus Blogs und Pinterest erstelle und befüttere, war dann auch eine Marschroute für den Vormittag vorgegeben.

Neue Festung – Hafen – Altstadt – St.-Spyridon-Kirche – Palast von St. Michael & St. George – Alte Festung – Spianada – Mittagessen

Ob einem die Festungen gefallen hängt ganz speziell von den eigenen Vorlieben ab. Die neue Festung ist von Kaufleuten der venezianischen Republik gebaut worden, kostensparend und effizient; somit ohne Schnörkel und Schnickschnack. Dafür bietet sie aber den schönsten Blick über die Altstadt von Korfu.
Die alte Festung ist der Spielplatz vieler Nationen gewesen, allen voran die Byzantiner, Venezianer und das britische Empire hatten hier ihre Patschehändchen im Spiel. Der Blick über die Stadt ist unspektakulär und ich persönlich hätte mir, mit dem Wissen von jetzt, den Weg zum Leuchtturm ganz oben gespart.
Neue Festung – Freier Eintritt / Alte Festung – 6 Euro

Die Altstadt für sich ist eine Ansammlungen von verwinkelten Gassen, kleinen süßen Läden, vielen Restaurants, Bars und Touristenneppläden. Es lohnt sich einfach mal der Nase nach zu laufen, mit etwas Glück, so wie wir heute, findet sich dann ein verdammt leckeres Restaurant.

Das Elia hat dann auch wirklich meine Nase gefunden, weil der Drehspieß über Holzkohle einfach eine unwiderstehliche Anziehung auf mein Grillerherz ausgeübt hat.
Mit einer leckeren Vorspeise bestehend aus Taramas, das ich in Deutschland nie bestelle aufgrund von Geschmacksdifferenzen, und Brot ging es los.

Mitten in der Vorspeise kam der Kellner und fragte ob wir es eilig haben, der Spieß wäre zwar schon gar, aber für die Perfektion würde er noch 10 Minuten brauchen, damit er noch karamellisieren kann. Mit großen Augen und dem inneren Drang ihm für diese Hingabe zu seinem Produkt die Füße zu küssen, habe ich stummnickend mit offenem Mund zugestimmt.
Was soll ich sagen, es hat sich gelohnt. Das Fleisch war auf den Punkt gegart, es war butterzart, leicht karamellisiert und die Marinade mit der Hauptzutat Thymian tat das Übrige.

Kleine Randnotiz: Griechen haben auch normale Pommes Frites und nicht immer diese übergarten und Kartoffelscheiben.

Ansonsten haben die oben aufgezählten Sehenswürdigkeiten bestimmt ihre Existenzberechtigung, aber die schönsten sind sie nicht. Korfu (Stadt) strahlt eher durch sein Flair, seine Leute und seine Altstadt.

Nach dem Essen

Kurz entschlossen führte der letzte Teil des ersten Teil des Tages noch an das Kloster Vlacherna am Anfang der Landebahn des corfiotischen Flughafens. Es ist ungefähr so groß wie die Mittagsplatte von Reiner Calmund und man ist auch ebenso schnell fertig damit. Schön ist es dennoch und man kann von dort aus mit Booten auf die Mäuse Insel fahren oder Planespotting betreiben, ganz wie es einem gefällt.

Danach ging es erstmal wieder in die Unterkunft, nicht ohne vorher in einem Supermarkt die Schleckertheorie zu überprüfen. Siehe da, in einem größeren Supermarkt klappt es. Ergo steigt die Effizienz mit der Raumgröße.

Kaiserlicher Abschluss

Korfu hat eine äußerst bewegte Geschichte und natürlich haben die Deutschen mitgemischt, während des Kaiserreiches sogar in ungewohnt positiver Weise. Wilhelm II. fand neben der Villa von Sisi noch mehr Gefallen an Korfu und hatte einen besonderen Platz um Sonnenuntergänge zu beobachten.
Der sogenannte „Kaizer’s Throne“ liegt im Dörfchen Pelekas und ist gut mit dem Auto zu erreichen. Der offizielle Platz ist ein wenig eingewachsen mit Bäumen und lässt keine guten Fotos zu, glücklicherweise ist neben an ein Restaurant mit einem bombastischen Blick von der Terrasse.
Also hieß es mit Bier und Kaffee auf den Untergang warten. Spannenderweise geht die Sonne derart unter, dass es aussieht, als würde sie den Berghang runterrollen.

Mit dem Sonnenuntergang in der Atacamawüste reiht sich dieser definitiv auf Platz eins ein.

Tag 3 – Vamos a la Playa

…würden die spanisch singenden Italiener von Righeira sagen.

Der Dauerbrenner der griechischen Küche

Allerdings war erstmal ein Olivenöltasting angesagt. Die Governors Mühle der Familie Dafnis macht gerade einen Generationswechsel durch, den man bei uns zu Hause von vielen Winzern kennt. Neue Ideen, neues Qualitätsdenken und eine leichte Modernisierung der alten Techniken. Das jüngste arbeitende Mitglied der Familie namens George führte uns voller Enthusiasmus für das Produkt über zwei Stunden durch die Welt des Olivenöls. Man merkt ihm schnell an, dass es eine Herzenssache für ihn ist und er als studierte Agrarwissenschaftler auch noch das akademische Rüstzeug dafür mitbringt. Neben Techniken und Grundverständnis erhielten wir auch Einblick in die Evolution der maschinellen Unterstützung beim Ernten und Verarbeiten der Oliven.
Krönender Abschluss war das Tasting des eigenen Olivenöls unter Einfluss verschiedener Faktoren durch begleitende Speisen, im Kern waren diese Süße, Säure, Salzigkeit und Schärfe.
Selbstverständlich wurde hinterher im Mühlenladen ein wenig geshoppt.

Jetzt aber wirklich an die Strände

Der Süden von Korfu hat in meiner Recherche tatsächlich nicht viel anderes ergeben. Es gibt noch eine Ruine einer byzantinische Festung, aber ansonsten ist es primär Strand.

Chalikounas – Marathias – Mikro Nisi – Kavos – Notos

Das sind die angefahrenen Strände, alle waren nicht überlaufen und man fand immer sein Plätzchen. Für mich am schönsten und entspannendsten war der Marathias Beach, vermutlich lag das auch an den komfortablen Liegen, die man dort gegen einen Verzehr im Beachclub nutzen konnte.
Der Strand von Kavos war nur bedingt empfehlenswert, irgendwie hat sich dort eine britische Touristenkolonie mit einem latenten Alkoholproblem eingenistet.

Tag 4 – Ab in den Norden

Eigentlich wollten wir früh los, aber irgendwie war das Bett so gemütlich, also wurde es 9 Uhr bis wir losfuhren. Heutiges Schwerpunktgebiet der Erkundungstour war der Nordwesten der Insel.

Sidari mit Canal d’Amour – Kap Drasts mit Viewpoints – Loggas Beach – Corfu Brewery – Angelokastro – Agios Giorgios – Kloster Paleokastritsa

Sidari und Canal d’Amour

Warum sollte der neue Tag nicht beginnen wie der alte Tag aufhörte? Hinein ins Tourigetümmel, wobei wir Glück hatten und in der Partymeile von Sidari eine Abzweigung erwischten zu einem günstigen bewachten Parkplatz, der uns direkt zum Canal d’Amour inklusive des zugehörigen Strandes führte.

Tatsächlich waren nur die vorgelagerten Strandabschnitte überfüllt und man konnte den Canal d’Amour fast menschenlos betrachten, inklusive Weit- und Fernblicke. Ein noch früheres Aufstehen hätte sich fast gar nicht gelohnt, allerdings kamen dann auf dem Rückweg die ersten größeren Gruppen den Weg hinauf. Darunter auch Franzosen, die nicht glauben konnten, dass die Welt nicht auf sie und ihr 17 Gänge Frühstück wartet und den aufkommenden Andrang mit „c’est fou!“ lautstark kommentierte. Schmunzelnd ging es zum Auto zurück. Der Canal d’Amour wird auf jeden Fall noch einmal zum Baden angefahren, sofern es der strikte Erkundungsplan zuletzt, ich bin guter Hoffnung.

Kap Drastis mit Viewpoints

Relativ um die Ecke liegt das Kap Drastis, das man fast gut mit dem Auto erreichen kann. Die Viewpoints, die an der geschlängelten „Schotterpiste“ nach unten liegen, bieten tolle Aussichten auf die Gesteinsformation, die sich dort ins Meer drängt. Auf halber Strecke kommt eine schwer befahrbare Straße, die man besser zu Fuß geht und die auf die Spitze führt, am Ende ist sie sogar nur noch zu Fuß zu begehen. Aufgrund der vorherrschenden Temperaturen und der prallen Sonne zur Mittagszeit wurde dieser Plan verworfen und es ging die Straße bis ans Ende hinunter. Long story short, hätte man sich sparen können. Es gibt dort keine besondere Aussicht, ein wenig Touristennepp und ansonsten nur Staub und die Möglichkeit zum Wenden.

Loggas Beach

Quasi einmal um die Ecke rum von Kap Drastis aus, da findet man den Loggas Beach, zumindest den Parkplatz. Man muss dann noch ein paar Höhenmeter überbrücken und zack, schon steht man links an einem Sandstrand und rechts an einer Wand eines Kreidefelsens, der einen ein wenig an, wenn auch nur ein wenig an Etretat erinnert. Nach dem Runter, dem Genießen, dem Hoch und dem notwendigen Verschnaufen ging es wieder weiter.

Corfu Brewery

Schon zu Beginn der Reisevorbereitungen war klar, dass ich hier unbedingt hinkommen wollte. Zum einen aus Zuneigung zum Bier und zum anderen aus Interesse an lokalen Produkten. Zudem kam dann noch hinzu, dass es in fast jedem Restaurant auf der Insel das Bier der Brauerei im Ausschank gibt und ich schon ein paar Sorten probieren konnte. Die da wären:

  • Pilsner
  • Lager
  • Amorosa Weiß
  • IPA
  • EPOS (mit Honig)
  • Dark Bitter
  • Red Ale
  • Cellar 15

Man stellt sich Brauereien immer ein wenig romantischer vor, als sie tatsächlich sind. Ich habe durch glückliche Umstände tiefere Einblicke in eine andere Brauerei und wusste schon, dass mich primär Edelstahl und Rohre erwarten.
Gegenüber der Brauerei, also nur über die Straße rüber, befindet sich ein großer Parkplatz, der Anreise per Auto steht also nichts entgegen. Ich hatte keine Führung oder Tour gebucht, ich wollte sie nur mal sehen und ich hatte gelesen, dass es manche Biere nur vor Ort gibt. In mein Fall was das das EPOS, denn alle anderen hatte ich irgendwie schon im Supermarkt oder auf Karten von Restaurants gesehen.
Happy war ich trotzdem und es wurde ein wenig im Braushop flaniert.

Die Engelsburg – Angelokastro

Zuvorderst eine der wichtigsten Befestigungen auf Korfu gewesen verlor das arme Ding seine Bedeutung durch technischen Wandel im 19. Jahrhundert und wurde aufgegeben. Seitdem ist es eine Ruine, es wird sich jedoch um sie gekümmert.
Aus dem gleichen Grund wie am Kap Drastis wurde auf einen Aufstieg verzichtet und die besten Spots zum Ferngenießen gesucht und gefunden.
Auf jeden Fall ist es ein imposanter Bau an einer Stelle, die es den Byzantiner, den Angevinen und den Venzianeren möglich machte die Adria zu überwachen, aber irgenwie hatte der Olivenhain, aus dem die Fotos aus der Ferne gemacht wurden, eine höhere Anziehungskraft. Vermutlich lag es einfach und profan am gebotenen Schatten und der Abkühlung.

Aufstieg zum Kloster – Idylle auf dem Weg

Weiter ging es zum eigentlich letzten Punkt der Tagesordnung dem Kloster Paleokastritsa. Irgendwie war der Kopf schon müde und der Akku leer, aber das folgende Bild hat dann beim Erblicken soviel Ruhe und Eleganz ausgestrahlt, dass wir uns nochmal aufgerafft haben.

Das Kloster himself

Das Kloster Paleokastritsa im gleichnamigen Geburtstort von Vicky Leandros war beim Erblicken enttäuschend, zumindest von außen, das war aber auch so demotivierend, dass ein Blick nach innen gar nicht gewagt wurde.
Bedingt durch den stärksten Motor des Tages, der Vermeidung von Hitze, ging es in einen von Oleandern durchwachsenen Wald, der Schatten spendete und einen Weg offenbarte, wie man das Kloster von der Ferne betrachten kann.

Danach war es dann auch gut und die Heimreise ins Appartement wurde nach dem länger gearteten Tag müde angetreten.

Tag 5 – Höhenluft schnuppern

Erneut verschlafen, ob es am Essen, am Bett oder an dem guten Klima liegt, das wäre noch herauszufinden.

Der heutige Plan sah vor:

Pantokrator mit Kapelle – Perithia – Kassiopi – Agni Beach – Barbati Beach – Ypapanti Kirche

Während der etwas längeren Autofahrt kam mir heute ein Gedanke. Zum einen ist Korfu sehr grün und hat dazu noch unglaublich viele Gärtnereien und zum anderen gibt es sehr viele Blumen und wir dadurch sagenhaft bunt. Allerdings nicht so bunt, wie man es häufig in südlichen oder südamerikanischen Ländern vorfindet. Der Kitsch fehlt hier, denn die Farbzusammenstellung ist stimmig, den Kitsch haben die Corfioten in den Kirchen gelassen.

Der Weltenherrscher – Pantokrator

Die höchste Erhebung Corfus ist bis zur Spitze befahrbar und sollte unbedingt erkundet werden.

Der Ausblick ist überragend, denn bei gutem Wetter sieht man weit über die Insel hinweg und wenn man sich umdreht, dann schaut man tief in das albanische Festland hinein.

Spannender als die orthodoxe Kapelle und das in den Sommermonaten bewohnte Kloster fand ich persönlich die Ansammlung von Sendemasten und Funktürmen, die einen gewissen postkommunistischen Charme austrahlt; selbstverständlich ist hier nicht wirklich ein Einfluss anzunehmen.

Pragmatisch hat man einfach einen großen Sendeturm mitten auf das Klostergelände gesetzt, an dessen Fuß man einen Wunschbrunnen findet.
Ganz wichtig zu beachten, nicht einfach querfeldein über das Gelände laufen, außer man steht darauf, dass man von riesigen Spinnweben eingefangen wird. Die Dauerbewohner des Klosters sind groß, schwarz und ziemlich bauaktiv. Für Phobiker ist der Ort entweder eine Schocktherapie oder ein Grund zum Spontansuizid den Abhang runter.

Wer übrigens auf den Geruch von Ziegen und Schafen steht, der ist hier richtig aufgehoben. Die Hinterlassenschaften von ganzen Herden findet man überall.

Die Überschrift diesen Absatzes kommt übrigens von der griechischen Übersetzung und mythologischen Verklärung von Christus Pantokrator.

Alte Dörfer mit viel Leben

Nächster Stopp sollte das Dorf Perithia werden, davon gibt es zwei und nur eins davon ist interessant. Das interessantere Dörfchen hatte 2011 noch 3 Einwohner von ehemals 1.200, seit 1996 steht es unter Denkmalschutz und hat mehr Tavernen (Stand: 2020) als es 2011 Einwohner hatte, nämlich vier.

Pella Perithia ist das gewünschte Ziel. Ein Dorf das konserviert wird und durch das mangels Busparkplatz nicht ganz so viele Touristenmassen geschleust werden können.
Die Anreise ist übrigens vom Pantokrator aus ein wenig abenteuerlich, Google Maps scheint das letzte Update für iOS nicht vertragen zu haben und hat uns erstmal über eine Straße geschickt, die nicht ansatzweise so zu nennen ist. In Anbetracht der Kaution bei der Autovermietung habe ich dann diesen Weg abgebrochen. Trotz Schotterpistenerfahrung in Chile und grenzwertiger Geschwindigkeitsempfehlungen in Irland, das war eine Nummer zu viel.

Das Dorf selbst hätte man ein wenig besser aufbereiten können, die Schilder sind kaum informativ und man läuft prinzipiell erstmal nur durch Ruinen und an der stolzen Anzahl von vier Kirchen vorbei. Sicherlich lässt sich aus dieser Anzahl ein Rückschluss auf die ehemalige Größe ziehen.

Highlight für mich war definitiv das Mittagessen, selbstverständlich auch, weil mir der Magen knurrte. In der Taverne O Foros hatten wir ein fantastisches Mittagessen für Preise weit unter dem eigentlich zu erwartende Touristenniveau. Man merkt auch hier wieder den Hang der corfiotischen Küche zur Verwendung von Zitronen, aber handwerklich sehr gut und passend eingesetzt. 

Absolute Empfehlung ist der Walnusskuchen, sieht trocken aus und ist aber saftig und unglaublich lecker. Danke, dass ich hierzu gezwungen wurde.

Am Ende des Dorfes wird Honig verkauft, dafür stehen unzählige Bienenstöcke herum. Die Völker können sich beim Sammeln auf eine bunte Bandbreite von Oleander, Walnuss-, Olivenbäume und Wildwiesen verlassen. Leider war keiner anwesend um uns etwas zu verkaufen.

Der Rest vom Tag

Die nachfolgend geplanten Orte Kassiopi, Agni Beach und Barbati Beach wurden mangels Interesse und Platz in den Orten verworfen und nur kurz als Drive by mitgenommen.

Happy Church is happy

Der letzte Tagesordnungspunkt wurde von der Ypapanti Kirche in der Bucht von Gouvia dargestellt. Passend zur Straße, die zur Kirche im Wasser führte und den klangvollen Namen Schwanenstraße hat, schwammen den auch ein paar Namensgeber am Ufer herum.
Viel gibt es nicht zu sagen, die Kirche war zu, der Weg dahin volle mit Hundeexkrementen. Allerdings sieht die Kirche aus wie ein fröhliiches Gesicht, das war dann doch ein schöner Tagesabschluss.

Tag 6 – und noch mehr Schweiß

Es wird täglich nun wärmer und wärmer und ohne Schatten hält man es kaum aus, zumindest wenn man die Wärme nicht gewohnt ist.

Porto Timoni – Ampelaki Beach – Später Mittagssnack

Die doppelte Bucht

Das kleine Dörfchen Afionas war unser erstes Ziel, da man von dort aus zu einer Besonderheit hinwandern kann. Man sollte sich beim hineinfahren möglichst nicht auf gelbe Streifen stellen, dass kann nämlich empfindlich teuer werden. Also lieber zu den ausgewiesenen Parkplätzen, auch wenn man hier auf ein Auto größer als einen Corsa verzichten kann oder wirklich gut Auto fahren kann.
Wenn man dann den Aussichtspunktsparklatz erreicht hat, dann hat man aber keineswegs auch den Aussichtspunkt erreicht. Der liegt knapp 1,5 km entfernt auf dem Weg zu den Stränden der Doppelbucht. Ich empfehle unbedingt eine Stärkung und Getränke von der Imbissbude am Parkplatz.

Der Weg hinunter ist nicht unbedingt für Flip Flops geeignet und für Kinder wird es ein Abenteuerweg, aber man kann es packen. Auf ca. 3/4 des Weges erreicht man eine kleine Ausbuchtung, die einem zum ersten Mal den Blick über beide Buchten ermöglicht.

Die Ausschicht ist wahnsinnig schön, lässt einen aber ein wenig verzweifeln. Denn man sieht hier auch zum ersten Mal wie weit der Weg zum kühlen Nass noch ist. Die aufsteigende Tageshitze und das unpassende Equipment (keine Badetücher, keine Sonnencreme, kein Sonnenschirm) haben uns zum Umkehren bewogen und nach einer erneuten Stärkung am Parkplatzimbiss zum nächsten Etappenziel aufbrechen lassen.

Ampelaki Beach

Der Strand oder besser gesagt seine Lage waren uns nicht ganz unbekannt, passiert man ihn doch, wenn man zu dem langweiligen Kloster hoch möchte. Für ihn sprach, dass ein großer Parkplatz vorhanden ist und man eigentlich direkt am Strand mit seinem ausgesprochen kühlen Wasser ist. Für 7 € haben wir zwei Liegen mit Schirm für quasi den ganzen Tag gemietet, aber nach 2,5 Stunden in dern Sonne liegen hatten wir einfach genug.
Ab zum Mittagssnack, der ziemlich spontan, aber auch ziemlich lecker wurde. Im Dolphin hatten wir uns für eine wilde kleine Mischung aus Vorspeisen entschieden und waren ist auf das Taramas, das wirklich das schlechteste der letzten Tage war, nicht enttäuscht.

Tag 7 – Ruhetag

Am siebenten Tage sollst du Ruhen, haben wir auch gemacht.
Lange geschlafen, dann zum Mittagessen in einen Imbiss und danach wollten wir nur ein Kloster besuchen. Allerdings schloß ein behaarter Mann in Tracht gerade die Tür des Kloster Myrtidiotissa zu, weshalb wir schnurstracks drehten und 200 Meter weiter unten das Auto parkten. Am gleichnamigen Strand war nämlich nichts los und das Wasser sah verlockend aus. Für die nächsten zweieinhalb Stunden wurde der Strand unser Ort der Ruhe.

Danach ging zurück zum Appartement, glücklicherweise haben wir die Chance genutzt und fast alle Dreckwäsche bereits wieder gewaschen, das bedeutet weit weniger Arbeit nach unserer Rückkehr.

Abschlussessen

Für das letzte Abendmahl auf Korfu haben wir uns für eine Seafoodrestaurant in der Bucht von Gouvia entschieden. Das Spiaggia Bianca bot uns einen tollen Service, wundervolles Essen und einen bezaubernden Sonnenuntergang am Meer.
Mein persönliches Highlight war die Variety of shellfish on ice (served raw), ich dachte, dass mich ein paar Austern und Jakobsmuscheln roh und mit Zitrone erwarten. Die Austern waren nicht dabei, aber dafür einiges anderes, dass ich so in der Art noch nicht gegessen hatte. Auf jeden Fall eine Empfehlung und dem Kellner mit den stahlblauen Augen gilt ein Extradanke.

FIN

Morgen geht es also heim, für ein Fazit ist es vielleicht noch zu früh, allerdings ist Korfu auf jeden Fall eine Reise wert gewesen.