„Metropole“ am Bodensee

Endlich mal wieder ein Städtetrip auf dem Plan, die hatten wir nämlich 2019 vollkommen ausser Acht gelassen.

Die Anfahrt

Gemütlich mit dem Auto aus dem Rhein-Main-Gebiet Richtung Süden, der obligatorische Stau bei Pforzheim muss mittlerweile einfach ankzeptiert werden. Die letzten Kilometer auf der Bundesstraße werden ein wenig durch die aktuellen Umbaumaßnahmen gestört.
Das ausgesuchte Hotel (IBIS Konstanz, Benediktinerplatz 9) liegt direkt an einem Ausläufer dieser Bundesstraße in Spuckweite zum Seerhein. Die öffentlich mitgenutzte Garage mit de Durchgang ins Hotel komplettierte die einfach Anfahrt.

Los geht’s

Mit nur wenig Zeit gesegnet haben wir uns dann direkt über die Fahrradbrücke Richtung Altstadtzentrum begeben. Die Brücke über den Seerhein bietet übrigens einen tollen Blick in Richtung Bodensee und auf die Uferseiten, die voller Menschen waren. Immer wieder tauchte auch ein Kopf aus den Fluten des Rheins auf, der hier einfach noch nicht die Kraft hat, die es bei uns unmöglich macht darin zu schwimmen. Die Farbe des Wassers und die Strömung sind, ohne darin gewesen zu sein, vergleichbar mit Basel.

Auf der anderen Seite angekommen begrüßte uns der alte Pulverturm und ein Stück weiter der Rheintorturm, der uns auch zeitgleich vor dem einsetzenden Regen schützte.

Weiter trieb es uns in Richtung Altstadt vorbei an der „Hotelinsel“ und mitten rein ins geschehen.

Konstanz hat viele kleine Geschäfte, die ihre Nische suchen und bestimmt auch gefunden haben. Als alleiniges Beispiel mag der Laden namens Mr. Salami herhalten, den ich ursprünglich für eine Pizzeria mit Fokus auf guter Wurst gehalten haben, aber Pfeifendeckel, dort gabe es auf geschätzten 30qm2 nur Salami. Was für ein Traum und was für ein Mut solch einen Laden zur eröffen.

Konstanz und Corona

Die Altstadt hat sich dann schnell auch auf wenige Straßen konzentriert und die Menschen freiweillig in die Enge getrieben. Wir haben uns dann einfach mal die Masken aufgesetzt und sind im Husarenmarsch an allem vorbeigeglitten. Egal was in der Altstadt angepriesen wird, es ist nicht spektakulär, das Gebiet wirkt mehr und schöner als solches allein.

Ab zum Bodensee

Vom Kaiserbrunnen aus könnte man den See schon sehen, aber dennoch liefen wir erstmal nur geradeaus. Was man sah und was im Vorfeld quasi als Versprechen gilt, das war die Imperia.
Die zweite Variante haben wir hinter der Europabrücke in einer Unterführung gefunden.

Am Ufer liegt natürlich auch das Konzilgebäude, ebenso spektakulär wie es angekündigt wird, ebenso unspektakulär sieht das Papstwahlgebäude von 1417 aus. Die Enttäuschung wird durch eine formidabel gebratene rote Bratwurst, keine Rindswurst, auf die Hand gelindert.

Einmal vor zur Imperia, dann durch den Park zurück und zack standen wir vor der Frage, was wir zu Abend essen. Hotelfood stand ausser Frage, der Bierdurst war gut, also nahmen wir das Constanzer Wirtshaus. Leckeres, aber gewöhnliches Bier sollte uns eigentlich die Wartezeit verkürzen, aber aufgrund der „perfekt“ funktionierenden Systemgastronomie waren wir nach 50 € und 49 Minuten wieder draußen. Satt, nicht durstig, aber mit dem Gefühl freundlich abgefertigt worden zu sein.

Tag 2

Ein wenig geschlafen und dann wieder raus aus den Federn, denn der große Tag stand an.

Das Geburtstagsgschenk war ja nicht nur die Übernachtung, sondern auch die Privatführung über die Blumeninsel Mainau.

Mit dem kostenlosen Busticket, das wir vom Hotel ausgestellt bekommen hatten, fuhren wir nach Konstanz-Staad. Dort fahren die Autofähren Richtung Meersburg, das unser erstes Etappenziel werden sollte.

Von der Fähre runter und durch das mittelalterlische Tor hinein in die „Hauptstaße“ von Meersburg, hier tummelten sich wirklich allerhand Menschen in Restaurants, kleinen Cafés und pittoresken Läden.

Zur ersten Stärkung wurde erstmal ein Fischbrötchen inhaliert, der typische Fisch am Bodensee ist das Felchen, geräuchert auf einem Brötchen definitiv ein Traum.

Ohne großes Ziel schlichen wir durch die Gäßchen bevor uns dann tatsächlich die Uferpromenade mit den Hotels und den Restaurants im Schatten der Bäume in den Bann zog. Einfach ein herrlicher Anblick, der direkt Entspannung und Genuss versprach. Mit dem festen Vorsatz zum späteren Zeitpunkt wiederzukommen, organisierten wir erst einmal Tickets für die Überfahrt zur Insel Mainau bevor wir dann die Treppen hoch zu Burg und Schloss nahmem. Von dort aus hat man einen tollen Überblick über die Stadt, den Bodensee und man kann Konstanz betrachten.

Sehr zu empfehlen ist auch das Staatsweingut mit seinem über der Stadt thronenden Prunkbau, an den dann auch noch ein Gymnasium grenzt. Was für eine goldene und feuchtfröhliche Schulzeit wäre mir hier beschienen gewesen.

Man sollte auch unbedingt kurz einen Blick in die Schloßkapelle werfen, die eigens für den Fürstbischof von Kontanz eingerichtet wurde.

Das Mittagessen

Langsam knurrte der Magen und um nicht unleidlich zu werden musste etwas zu essen her, daher erinnerten wir uns an den Vorsatz die Uferpromenade für die Mittagspause zu nutzen. Nach einem kurzen Hin und Her ließen wir das jeweilige Bauchgefühl entscheiden und trafen eine einstimmige Wahl. Im Hotelrestaurant Seepromeande wurden wir die nächsten zwei Stunden glücklich. Die Karte ist sehr durchdacht, hat verschiedene Einflüsse und liefert dennoch im regionalen Bereich eine Topleistung ab. Die Weinauswahl der offenen Weine war ganz hervorragend, man hätte dort regelrecht versacken können. Abfahrt zu den Bernadottes

Der schönste Moment braucht auch mal ein Ende, also nahmen wir dann unsere geplante Fähre auf die Insel Mainau. Denn schließlich wurden wir Punkt 15 Uhr von unserer Privatführerin erwartet. Wir hatten die Führung „Schätze der Insel Mainau“ gebucht und waren mehr als gespannt, was auf uns dort warten würde.

Zusammendfassend kann man sagen, dass ich niemals ohne Führung je wieder solch eine umfassende Ausstellung machen würde, an vielen Dingen wäre man einfach vorbeigelaufen, man hätte sie nicht wahrgenommen und dennoch sind es wahre Schätze, die hier versteckt sind. Bäume von den Osterinsel, die über Thor Heyerdahl ihren Weg an den Bodensee gefunden haben oder Bäume, die eigentlich nicht mehr existent waren und im hintersten Eck von China wiederendeckt wurden.

Unsere Führerin konnte mit Sachverstand und vor allem soviel Herzblut punkten, dass wir echt dankbar waren.

Nach der Führung machten wir uns noch auf die Wanderung quer über die Insel zur Bushaltestelle um auf den Bus zurück nach Konstanz zu warten.

Nach einem kleineren Abendessen war dann nach 14 Kilometern Tagesmarsch früh Schicht im Schacht und am nächsten Morgen Stand schon die Rückreise an.

Technik

Alle Bilder wurden mit einer Olympus OM-D E-M1 II und dem 12 – 40mm f2.8 sowie einem Zenit Helios-44-2 58 mm f2 geschossen und in Lightroom nachbearbeitet.

Fazit

Der Bodensee beherbergt noch viele weitere Schätze und Sehenswürdigkeiten, was weitere Trips dorthin unausweichlich macht.

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